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28.10.2015, 09:00 Uhr  //  Sportlerportrait

Andrina Vorpagel: „Die Tore lass ich lieber andere schießen"

Andrina Vorpagel:  „Die Tore lass ich lieber andere schießen
 privat (Bild) cs (Text) // hlsports.de


Lübeck – In den letzten Monaten war das Sportlerportrait bei HL-SPORTS fest in der Hand von Aktiven und Ehemaligen, die entweder häufig in den Medien stattfinden oder allgemein einen größeren Bekanntheitsgrad in Lübeck und Umgebung genießen. Aber auch abseits davon finden sich interessante Charaktere, die Woche für Woche gute sportliche Leistungen abrufen, dabei allerdings allzu oft weitestgehend unbeachtet bleiben. Eine dieser Sportlerinnen ist Andrina Vorpagel, Fußballerin bei der SG Siems-Dänischburg.

Für ihren Trainer Kambiz Tafazoli ist die gebürtige Wismarerin unverzichtbar. Als Defensivallrounderin kann er Vorpagel variabel einsetzen, sowohl als Außenverteidigerin als auch innen in der Viererkette. Zur Not hilft sie auch mal im defensiven Mittelfeld aus, aber eine offensivere Position sagt ihr nicht so zu. „Ich fühlte mich in der Defensive schon immer mehr als wohl, dass hat sich in den gut 20 Jahren, die ich nun Fußball spiele nicht geändert", meint Vorpagel und ergänzt: „Ich war grundsätzlich nicht weiter vorne als auf der Sechser-Postion.“

Als Vorbild sieht die 28-jährige den französischen Ex-Nationalspieler Thierry Henry, in seiner Glanzzeit immerhin einer der besten Stürmer der Welt. „Ich hab früher mit meinem Vater immer englische Liga geschaut. Der FC Arsenal hat mir gut gefallen und „Titi“ stach dabei besonders raus“, so Vorpagel, stellt aber auch klar, dass sie selbst nie die geborene Stürmerin war und ist: „Die Tore lass ich lieber andere schießen. Was für Andere das Toreschießen ist, ist für mich eine gute Gegnerin zu haben, ihr dann den Ball abzunehmen und dann einen Konter einzuleiten.“

Eine Einstellung, die jeder Trainer lieben dürfte, doch dass sie überhaupt noch Fußball spielen kann, ist hingegen eine größere Überraschung. Schon in jüngeren Jahren waren bei Vorpagel schwerwiegende Verletzungen an der Tagesordnung, vor allem im rechten Knie. Kreuzband, Meniskus, Knorpel – eigentlich alles war schon betroffen, die Krankenakte dürfte wohl eher zu einer 50jährigen passen als zu einer Mittzwanzigerin. Dies war auch mit ein Grund, warum sie 2012 ihren Heimatverein TSV Kücknitz verließ, abgesehen von der Einstellung ihres alten Teams. „Nach den ganzen Knie-OPs ging eigentlich nicht mehr viel bei mir“, meint Vorpagel dazu: „Die Einstellung im Team hat mir dann die Motivation genommen, weiter zu machen und ich wollte die Buffer an den Nagel hängen.“

Doch gemeinsam mit ihrer Mannschaftskollegin Carmen Burow ist sie dann Ende 2012 nach Siems gewechselt, anstatt nicht mehr zu spielen – nicht ohne Bauchschmerzen, wie sie bekennt: „Das war eine ganz schwierige Sache. Als Kücknitzerin nach Siems zu gehen, ist eigentlich nicht möglich, das geht nicht. Ich durfte mir auch einiges anhören.“ Zumal Siege in den Derbys gegen Siems oder Dänischburg in jungen Jahren zu den prägenden Erlebnissen gehörten, gerade wenn es gegen die heutige Mannschaftskollegin Martha Thomaschewski ging: „Wenn wir früher gegen Siems gespielt haben, hieß es immer zu mir: Andrina, du deckst Martha. Das hab ich dann gemacht und es war ein Triumph, wenn sie kein Tor geschossen hat.“

Doch das ist mittlerweile vergessen, zumal Vorpagel und Burow am Krummen Weg mit offenen Armen empfangen hat und ihr dort die nötige Zeit gegeben wurde, wieder voll zu genesen. Tafazoli will daher auch nicht auf seinen Spaßvogel verzichten: „Ihr Präsenz in der Viererkette legt mit den Grundstein, dass wir so gut hinten stehen. Sie weiß, wann sie mal ein Zeichen setzen muss, sei es gegenüber den Gegenspielerinnen oder in der Mannschaft. Sie hat ein offenes Ohr für jeden, das passt auch menschlich sehr gut mit ihr.“

Wie lange Andrina Vorpagel noch spielen kann und wird, lässt sie sich offen. Wichtig ist ihr nur, dass sie selbst entscheidet, wann Schluss ist: „Ich will weder, dass mein Knie noch wer aus meinem Umfeld mir sagt, wann Schluss ist. Ich will selber sagen können: Es reicht, ich mag nicht mehr!“

Obwohl sie seit dem fünften Lebensjahr in Lübeck lebt und so ihr kompletter Lebensmittelpunkt natürlich an der Trave liegt, ist ihr Lieblingsverein im Mecklenburgischen zu Hause. Doch aktuell leidet Vorpagel sehr mit Hansa Rostock: „ Ich bin im Herzen immer Hansa-Fan und es tut mir in der Seele weh, dass sie in der 3. Liga rumkriechen.“ Zumal es beim Hamburger SV, wo sie gerne mal zu Gast ist, sportlich auch nicht immer perfekt läuft - wenn auch zwei Ligen höher.
Da steht sie als Tabellenführerin mit ihrer SG doch deutlich besser da. Was die sympathische Siemser Spielerin noch so bewegt, dass erfahrt ihr in unserem HL-SPORTS-Fragebogen.



Name: Andrina Vorpagel

Geburtstag: 15. Juli 1987    

Geburtsort: Wismar

Größe: 162 cm

Gewicht: -

Position: Innen- oder Außenverteidigung

Trikotnummer: 8

Verein: SG Siems-Dänischburg

Ehemalige Vereine: TSV Kücknitz

Privat mache/ bin ich gerne: Konzerte und Festivals besuchen, wenn es zeitlich passt zum HSV fahren, Freunde treffen

Lieblingsessen: Hähnchenkeule mit Rotkohl und Kartoffeln von Mutti, Salat vom Stammitaliener

Lieblingsgetränk: Fritz Limo Melone

Lieblingsmusik: Rock, Alternative

Lieblingsfilm: Sonntags-Tatort

Lieblingsort: am Meer

Haustiere: keine

Meine Vorbilder in der Jugend: Thierry Henry

Mein schönstes Erlebnis im Sport: Aufstieg in die Schleswig-Holstein Liga, die gewonnenen Derbys mit Kücknitz gegen Siems und Dänischburg

Ich möchte mit meinem Team und auch persönlich in Zukunft folgendes erreichen: um den Aufstieg mitspielen

Ich spiele am liebsten in und warum: Ich spiele am liebsten in Siems, weil wir eine coole Truppe mit vielen verschiedenen Charakteren sind, die sich super ergänzen. Ob wir acht oder 16 beim Training sind, jeder einzelne ist motiviert und zieht den anderen mit

Trainingsmotto: Heile durchkommen ;-) und die Motivation kommt, wenn man auf dem Platz steht

Wo ich gerne mal spielen möchte: Ich bin zufrieden, da wo ich bin

Ich habe eine(n) Freund(in) (Ja oder Nein): ja

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