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27.12.2015, 09:00 Uhr  //  Sportlerportrait

Maria Andrienko: Das verrückte Huhn des ATSV

Maria Andrienko: Das verrückte Huhn des ATSV
 Sarah Wetzel (Bild) cs (Text) // hlsports.de


Lübeck – Schon geht es weiter mit den Sportlerportraits bei HL-SPORTS. Und wir bleiben beim Frauenfußball, reisen aber von Siems nach Stockelsdorf. Dort hat es eine Spielerin geschafft, in die Auswahl zum Tor des Jahres zu kommen, mit einer durchaus sehenswerten Bogenlampe – ausgerechnet im Derby. Doch nicht nur deshalb lohnt sich ein Blick auf diese Sportlerin, sondern weil auch hinter Maria Andrienko eine durchaus interessante Geschichte steckt.

Humorvoll, abenteuerlustig, ehrlich  - so umschreiben Mannschaftskameradinnen und Trainer des ATSV Stockelsdorf die 22-Jährige. „Mascha nimmt kein Blatt vor den Mund und ist eine gute Seele“, sagt beispielsweise ihre Mannschaftskapitänin Sarah Volkmann, die mit Andrienko schon seit vielen Jahren zusammen spielt. Ehrgeiz und ein unbedingter Wille werden ihr ebenfalls nachgesagt, Attribute, mit denen sich die in St. Petersburg geborene Stürmerin durchaus identifizieren kann. Manch einer würde sogar sagen, dass Maria Andrienko ein verrücktes Huhn ist.

Dabei war der Weg zum Fußball gar nicht vorgezeichnet, denn in ihrer russischen Heimat gab es so etwas wie Frauen- oder Mädchenfußball nicht. So hat die kleine „Mascha“ beim Eistkunstlaufen ihre ersten sportlichen Schritte unternommen. „Ich mochte schon immer Fußball“, so Andrienko: „Aber richtig angefangen zu kicken habe ich erst, als wir nach Deutschland ausgewandert sind.“
In der Jugend des ATSV Stockelsdorf trat sie das erste Mal gegen den Ball – unter eigentlich schlechten Voraussetzungen wie die Stürmerin lachend bekennt: „Ich konnte kein Deutsch und die Jungs haben mich auch eher als störend empfunden.“

Aber sie biss sich durch, gleich in ihrem ersten Spiel machte sie das, von dem jeder Fußballer träumt: Maria Andrienko traf damals, anno 2002, in ihrem ersten Spiel das Tor. Von da an war der fußballerische Weg vorgezeichnet: „Ich wusste zwar nicht, wie ich das Tor gemacht habe, aber von da an war klar: Ich bin eine Stürmerin.“ Und den Weg ging sie, erst in der Jugend des ATSV, später dann in den Frauen-Mannschaften von Olympia Bad Schwartau und des FC Dornbreite. Diese Zeit, speziell am Steinrader Damm, beschreibt Andrienko als „erfolgreich mit einer Top-Mannschaft“, doch interne Querelen führten dazu, dass sie den Spaß zumindest kurzzeitig verlor.
Auch auf Grund ihrer beruflichen Ausbildung war dann erstmal Schluss mit Kicken. „Aber nur für ein Jahr, dann hab ich in Stockelsdorf wieder angefangen“, meint Andrienko lächelnd.

Nun geht es ins zweite Jahr bei den Frauen in Stockelsdorf; und bisher kann Maria Andrienko auf eine sehr erfolgreiche Zeit zurückblicken. Im ersten Jahr in der Verbandsliga reichte es zu Rang drei, in dieser Saison steht der ATSV zur Winterpause erneut auf diesem Rang. Und daran hat Andrienko durchaus einen großen Anteil, denn der 1,65 m große Wirbelwind ist aus der Abteilung Attacke im „blau-weißen Express“ nicht wegzudenken. Gleich 14mal traf Andrienko in ihrer Comeback-Saison, in dieser Saison kommen bisher drei Treffer und ein paar Vorlagen dazu. Die vergleichsweise geringe Zahl liegt an Verletzungen, die sie in diesem Jahr quälen. Gerade jetzt wird Andrienko von einer Knieverletzung gestoppt. Wahrscheinlich bis März wird sie deshalb ausfallen, aber „Mascha“ verspricht: „Dann greife ich wieder voll an.“

Apropos Ehrgeiz und Angreifen: das will sie auch  bei der Wahl zum Tor des Jahres. Zwar ist die Konkurrenz groß, und der eine oder andere Kicker ist sicherlich durch seine Bekanntheit im Vorteil, aber das schert Andrienko gar nicht: „Die Nominierung ist schon super. Aber jetzt will ich auch gewinnen.“ Damit könnte sie vielleicht in die Fußstapfen ihrer Vorbilder Andrei Arshavin, Fernando Torres und Cristiano Ronaldo treten, die ja reihenweise schöne Tore erzielt haben – letzterer wurde dafür sogar ausgezeichnet. Wenn man Maria Andrienko fragt, warum sie CR7 als Vorbild hat, dann bekommt man etwas, was ein Mann als typische Frauenantwort beschreiben würde: „Als ich in einem Alter für Vorbilder war, fand ich ihn ganz heiß.“ Im Nachsatz schiebt sie hinterher, dass er ja auch nicht schlecht kicke.

Bevor wir im HL-SPORTS-Fragebogen erfahren, was eine junge Frau von 22 Jahren so alles bewegt, lassen wir ihren Trainer Günter Lehmann noch einmal zu Wort kommen: „Mascha kam vor knapp zwei Jahren in eine eingespielte Mannschaft, was ja nicht immer einfach ist. Doch sie ist sofort von den anderen Mädels akzeptiert worden, ist eine Vollblut-Fußballerin wie man es sich als Trainer wünscht, ist spielintelligent und kann auf jeder Position spielen. Sie ist ein Vorbild auf und neben dem Platz, ich bin froh, dass ich so eine Spielerin, so eine Frohnatur in meinem Team habe.“

In diesem Sinne: спаси́бо, Мария и с Рождество́м!


Name: Maria Andrienko

Geburtstag: 5.7.1993

Geburtsort: St. Petersburg, Russland

Größe: 165 cm

Gewicht: 60 kg

Position: Sturm

Trikotnummer: 8

Verein: ATSV Stockelsdorf

Ehemalige Vereine: ATSV Stockelsdorf, SV Olympia Bad Schwartau, FC Dornbreite

Privat mache/ bin ich gerne: Arbeiten, Fitness, Feiern

Lieblingsessen: Griechisch

Lieblingsgetränk: Ginger Ale

Lieblingsmusik: Alles so

Lieblingsfilm: Ich kann mich nicht entscheiden... Goodfellas, Scarface & in den Straßen der Bronx

Lieblingsort: mein Bett

Haustiere: Kater Luci

Meine Vorbilder in der Jugend: Cristiano Ronaldo, Fernando Torres und Andrei Arshavin

Mein schönstes Erlebnis im Sport: Es gibt unendlich viele schöne Momente beim Fußball. Ganz besonders gut kann ich mich an mein allererstes Spiel mit 9 Jahren, damals noch bei den Jungs von Stockelsdorf, erinnern. Ich habe ein Tor gemacht. Wusste zwar nicht, wie ich es gemacht habe, aber von da an war es mir klar: Ich bin ein Stürmer.

Ich möchte mit meinem Team und auch persönlich in Zukunft folgendes erreichen: Persönlich möchte ich erstmal meine Verletzung gut auskurieren und spätestens in der Mitte der Rückrunde wieder durchstarten. Mit dem Team zusammen strebe ich die Verteidigung des dritten Platzes in der Tabelle an und Zuwachs für den Kader. Sowohl die Mädels, die ganz schnell wieder fit werden müssen, als auch gerne neue Spielerinnen.

Ich spiele am liebsten in und warum: Am liebsten zu Hause in Stodo auf Kunstrasen

Trainingsmotto: Dabei ist alles

Wo ich gerne mal spielen möchte: Nur der ATSV!!

Ich habe einen Freund (Ja oder Nein): Nein

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