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20.04.2016, 08:50 Uhr  //  Sportlerportrait

Sven Maly: Niemals geht man so ganz

Sven Maly: Niemals geht man so ganz
 privat (Bild) cs (Text) // hlsports.de


Lübeck – Mittlerweile ist HL-SPORTS eine mehr als dreijährige Erfolgsgeschichte, an der viele Personen mitwirken und mitgewirkt haben. Fluktuation unter der Redakteuren ist dabei völlig normal; viele bleiben nur ein paar Monate da, andere sind und werden noch jahrelang dabei sein. Doch nun geht einer, der HL-SPORTS besonders im Bereich Frauenhandball nach vorne gebracht hat. Nach drei erfolgreichen Saisons ist aber nun Feierabend für ihn, der gute Sven Maly geht in seine verdiente „HLS- und Raubmöwen-Rente“. Und weil er der Großmeister des Portraits ist, verneigen und verabschieden wir uns erstmals von einem Redakteur mit einem eigenen Portrait.

Wie die Jungfrau zum Kinde sei er zu HL-SPORTS gekommen, sagte Sven Maly einmal, als unter Redaktionskollegen die Frage diskutiert wurde, wie es zu seiner Mitarbeit kam. Dass dies nicht so ganz richtig ist, beweist die Tatsache, dass die Raubmöwen nicht nur eine journalistische Angelegenheit sind, sondern Sven auch Fan ist. Seit 11 ½ Jahren (in Worten elfeinhalb!) begleitet der Familienvater seine Handballmädels durch die Republik und hat dabei viel mitgemacht. Zweigleisige zweite Liga, Fast-Aufstieg in die erste Liga, eingleisige zweite Liga, Abstieg, Aufstieg, Abstieg und zuletzt den Klassenerhalt: Es waren bewegte Jahre im Travemünder Handball und Sven war eine der wenigen Konstanten, egal ob als Redakteur für den „Nordsport“ oder für HL-SPORTS.

So ist es wenig verwunderlich, dass er 2013 als Redakteur bei HL-SPORTS begann und „seine“ Raubmöwen fortan auch für uns begleitete. „Für uns war Sven ein absoluter Gewinn! Mit seinen vielfältigen Kontakten, speziell im Handball, haben wir ihn mit Kusshand genommen“, sagt Chefredakteur Roland Kahl rückblickend. Natürlich war Sven vor allem bei Heimspielen zur Stelle, aber auch Auswärtsfahrten standen auf dem Programm und wer mal die Gelegenheit hat, mit der „dienstältesten Raubmöwe“ ein Bier zu trinken, der wird die eine oder andere lustige Anekdote erfahren. Doch vor allem seine Professionalität, sein offener Umgang mit Menschen und sein Fachwissen sind vorbildlich – ein Vorbild, an welchem sich viele hauptberufliche Journalisten durchaus orientieren dürfen!

Nicht nur die reine Berichterstattung rund um die Raubmöwen hatte sich Sven auf die Fahne geschrieben. Er wollte auch die Menschen dahinter beleuchten, wollte zeigen, wer dort Sport treibt und sich jede Woche für seinen Verein aufopfert. Nicht nur die Raubmöwen hat er den Lesern näher gebracht, auch Sportlerinnen seines zweiten Steckenpferdes, des Frauenfußballs, durften sich über ihr Portrait freuen. Und quasi zum Ende seiner „Karriere“ konnte sich Sven noch einen eigenen Traum erfüllen. Mehrfach hat er in den letzten beiden Saison am Mikrofon des FanRadios gewirkt und gezeigt, dass er auch hier eine mehr als gute Figur abgeben kann. Und für die Raubmöwen-Insider waren „Waldorf und Statler“ geboren.

Doch vor einem halben Jahr kam für Sven Maly die Entscheidung, dass nun mit Ablauf der Handballsaison Schluss sein soll. Schluss mit Handballberichterstattung, Schluss mit HL-SPORTS, mehr Zeit für die Familie, für seine Frau Susanne und seine zwei Kinder - ein Entschluss, der für jeden nachvollziehbar und doch schwierig zu verarbeiten ist, denn ein Mann wie Sven hinterlässt nun einmal eine Lücke. Auch gutes Zureden half da nicht viel, die Entscheidung war für ihn unumstößlich. Nun wird die „dienstälteste Raubmöwe“ landen, die Fahrt zum Auswärtsspiel nach Hude und die zugehörige Berichterstattung werden seine letzten Tätigkeiten als Redakteur sein. „Mein letzter Bericht wird von den Raubmöwen sein, so dass es ein runder Abschluss wird“, sagte Sven vor ein paar Tagen – richtig rund wird es aber auch nur mit einem Sieg „seiner“ Mädels! Er geht in seine verdiente Rente, doch ein Teil von ihm wird immer bleiben.

Lieber Sven,
schweren Herzens lassen wir dich gehen, aber es ist verständlich, dass du mehr Zeit für deine Familie haben willst. Ein Wunsch, den wir alle nachvollziehen können. Uns bleibt daher nur „Danke“ zu sagen und dir alles Gute auf deinem weiteren Wege zu wünschen. Wir werden dir immer freundschaftlich verbunden bleiben und eines ist sicher: So ganz wirst du nie gehen.  Wir haben die Gunst der Stunde genutzt, um ein paar alte Weggefährten nochmal zu Wort kommen zu lassen. Alles Gute und nur das Beste für dich! Ach ja: auf den Fragebogen verzichten wir erst einmal, wir hoffen, das ist okay für dich. Und nun haben deine Weggefährten das Wort.


Thomas Kruse (ehemaliger Raubmöwen-Trainer, nun Preußen Reinfeld): „Sven, ich habe dich in jeder Phase als kompetenten und absolut fairen Weggefährten kennen gelernt. Es hat dich ausgezeichnet, dass du nicht nur „jobbedingt“ dabei warst, sondern auch immer sehr nah am Team sein konntest – eben aufgrund der angesprochenen Kompentenz und Fairness. Es hat mir immer sehr viel Spaß mit dir gemacht und ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Anfeuern deiner Raubmöwen und beim Mitfiebern. Alles erdenklich Gute für den privaten und persönlichen Bereich.“

Charline Röhr (Raubmöwe, aktuell Ober-Eschbach): „Ich weiß gar nicht wie ich „Sven“ in Worte fassen soll, denn die Wortgewandtheit liegt auf seinen Seiten. Durch deine persönliche Nähe zu uns Spielerinnen prägtest du die Berichte des HL-SPORTS-Teams maßgeblich. Du berichtest immer voller Herzblut und Leidenschaft. Deine Berichte spiegelten die Realität des Handballs in all seinen Facetten wider. Mit dir geht nicht nur ein toller Reporter, sondern auch ein Botschafter für den Frauen-Handball in den Ruhestand."

Christian Görs (Raubmöwen-Teammanager): „ Ich kenne dich eigentlich erst seit einem Jahr. In dieser Zeit habe ich dich als einen immer akribisch recherchierenden, sachlichen und gradlinigen Reporter – eigentlich mehr noch als einen der größten Fans des weiblichen Handballs weit über die Landesgrenzen hinaus – und deine Arbeit zu schätzen gelernt. Die Zusammenarbeit mit dir war vom ersten Tag an immer freundlich und vertrauensvoll, so dass daraus eine echte Freundschaft entstanden ist."

Malin Stammer (Raubmöwe): „Er gehört fast so zum Team wie Trainer, Physios und alle Offiziellen. Wenn er nicht da war, fehlte etwas. Er kennt jede Spielerin und sogar über die Eltern und Geschwister weiß er Bescheid. Lieber Sven, Danke für die vielen Berichte, deine Unterstützung und deinen Glauben an uns. Du hast immer aufmunternde Worte gefunden und nie aufgehört, an uns zu glauben. Selbst in den schlechtesten Spielen hast du etwas Positives gesehen. Deine Berichte werden uns fehlen, aber du wirst ja hoffentlich oft bei uns in der Halle sein!"  

Roland Kahl (HL-SPORTS-Chefredakteur): Ich schaue mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf die Zeit nach Sven. Sven ist ein Mann der ersten Stunde von HL-SPORTS und man kann sich immer auf ihn verlassen. Wenn etwas anlag, hat er keine Mühen gescheut, sich einzubringen oder sogar einzuspringen. Besonders kann ich mich dabei an das Portrait der Schiedsrichter zum Spiel des VfB Lübeck gegen den FC Dornbreite erinnern. Sven, deine Berichterstattung geht einfach unter die Haut und das ist es, was das eine Auge weinen lässt. Es wird bei HL-SPORTS nach dem Sommer fehlen. Auch menschlich ist es ein großer Verlust für unser Team, doch deine Familie - und das ist das lachende Auge - wird nun mehr von dir haben. Und das ist mit nichts anderem aufzuwiegen. Auch wenn es schwer wird, versuchen wir die Lücke zu schließen. Die Tür wird dir bei HL-SPORTS immer offen stehen. Danke Sven, auch für die vielen persönlichen Gespräche, die wir führten und dabei unsere Ideen austauschten.“

Christian Schülling (HL-SPORTS-Redakteur): „Lieber Sven, mehr als zwei Jahre einer wunderbaren Zusammenarbeit gehen nun zu Ende. In dieser Zeit durfte ich viel von dir lernen, wir haben viel erlebt (ich sage nur 28-Stunden-Tour nach Augsburg) und ich bin froh, dass ich nicht nur die zwei Saisons mit dir erleben durfte, sondern eine großartige Freundschaft entstanden ist. Dein Entschluss kam für mich überraschend, aber er war nachvollziehbar und ich hoffe, dass die Raubmöwen-Berichterstattung so weiter läuft, wie es in deinem Sinne ist. „Niemals geht man so ganz“ ist die Überschrift deines Portraits – bei dir ist er voll zutreffend, denn deine Liebe zum Handball und dein Interesse für die Menschen dahinter werden immer in dieser Redaktion sein.“

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