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24.12.2014, 13:30 Uhr  //  Sportlerportrait

Monique Inze: Fußballleidenschaft, soziale Power und Gänsehaut

Monique Inze: Fußballleidenschaft, soziale Power und Gänsehaut
 Martin Liebelt (Bild) svm (Text) // www.hlsports.de


Lübeck - Rückblende 21. Mai 2011: Im entscheidenden Meisterschaftsspiel in der Schleswig-Holstein-Liga der A-Juniorinnen zwischen dem SF Herrnburg (als mecklenburgisches Team mit Sondergenehmigung) und dem TSV Nordhastedt läuft die 89. Minute. Sport- und Freizeit Herrnburg führt mit 3:0. Das erste Tor eingeleitet, das zweite selbst geschossen und den dritten Treffer vorbereitet. So liest sich die damalige Bilanz Monique Inzes. Grund genug für SF-Coach Hanifi Demir, seiner Spielmacherin mit der Auswechselung einen ganz besonderen Abgang zu ermöglichen. Die über 300 Zuschauer am Herrnburger Gärtnereiweg dankten Monique Inze mit Minuten anhaltenden Standing Ovations. Es war der Moment, der sich bei der heute 19-jährigen eingebrannt hat: „Das war einfach nur Gänsehaut; ein Erlebnis das ich niemals vergessen kann und möchte.“ Nicht weniger emotional denkt Hanifi Demir an diese Szene zurück: „Es war das Spiel überhaupt von Monique. Ich musste ihr dieses Gefühl gönnen, sie hatte es sich verdient. Ich persönlich zittere heute noch, wenn ich daran zurückdenke. Es war einfach unbeschreiblich und wird wahrscheinlich auch einmalig bleiben.“

Zurück in die Gegenwart: Monique Inze und Hanifi Demir sind sportlich auch heute noch unzertrennlich miteinander verbunden. Nur, dass der Verein nicht mehr SF Herrnburg, sondern Eichholzer SV heißt. Der Vereinswechsel geschah nicht aus Unmut, sondern war ganz einfach damit begründet, dass die Herrnburger A-Juniorinnen vor dem Sprung in den Frauenbereich standen. In Herrnburg waren die Möglichkeiten, leistungsorientierten Fußball auch bei den Seniorinnen zu spielen, nicht gegeben. Deshalb machten sich die Verantwortlichen unter Federführung Demirs auf die Suche nach einem Lübecker Verein, der eine komplette Frauenmannschaft aufnehmen würde. Bis zum Schluss standen der TuS Lübeck 93 und eben der Eichholzer SV in der engeren Auswahl. Dass die Entscheidung dann pro Eichholz ausfiel, sagte gerade Monique Inze sehr zu. Denn in diesem Lübecker Stadtteil, der bis zur Wiedervereinigung 1990 die Grenze zur damaligen DDR bildete, lebt die Gymnasiastin seit ihrer Geburt. So blieb die Rückkehr zum TuS 93, bei dem Inze ihr Fußball-Einmaleins lernte, aus.

Grund zur Reue gibt es für die Nummer fünf des ESV nicht, der Werdegang in der Lübecker und später schleswig-holsteinischen Fußballszene hätte beeindruckender gar nicht laufen können. Als neu gegründetes Frauenteam musste der Eichholzer SV in der niedrigsten Staffel, also der A-Klasse anfangen. Dort holten sich Monique Inze und ihre Mitspielerinnen sogleich den Titel und stiegen in die Kreisliga auf. Ohne Niederlage nahm der ESV auch diese Hürde in Richtung Verbandsliga Süd. Zur Meisterschaft reichte es dort nicht, aber als Vizemeister hinter dem TSV Siems gelang den Eichholzern über zwei Aufstiegsspiele gegen den TSV Schönberg der nächste Schritt auf der Leiter nach oben.

Während der Verein zunächst noch zauderte, den plötzlich möglich gewordenen, dritten Aufstieg in Folge wahrzunehmen, waren Monique Inze und der Großteil ihres Teams bereit. Gerade der fast schon sensationelle 6:0-Kantersieg im Hinspiel bestärkte die Befürworter und entzog den Skeptikern gleichzeitig jede Möglichkeit einer Gegenargumentation.

Sich selbst ausgenommen sah ein Großteil der Vereine in der Schleswig-Holstein-Liga den Eichholzer SV als potenziellen Abstiegskandidaten. Diese Meinung musste schnell revidiert werden. Denn nur der SSC Hagen Ahrensburg sowie der TSV Klausdorf stehen zur Winterpause noch vor den Lübeckern. Hanifi Demir und Monique Inze gaben die Marschroute schon vor dem ersten Punktspiel vor: „Wir achten auf uns und wollen mit Spaß zum Erfolg kommen.“ Diese Rechnung ging bisher voll auf.

In dem Gesamtprojekt „Frauenfußball Eichholzer SV“ nimmt Monique Inze eine unverzichtbare Rolle ein. Ihr Trainer und langjähriger Weggefährte Hanifi Demir beschreibt das so: „Monique und mich verbindet seit Jahren ein ganz besonderes Verhältnis. Sie hat jede Entscheidung, sei sie noch so grundsätzlich gewesen, mitgetragen. Egal, welche Risiken sich dahinter verbargen. Für die Mannschaft und nicht zuletzt auch für mich ist Monique unverzichtbar; sie lebt ihren Verein.“

Mit ihren 19 Jahren gehört Inze zu den jüngeren Spielerinnen beim ESV, trägt aber trotzdem wie selbstverständlich die Kapitänsbinde. Und das mit der Akzeptanz, vielmehr sogar Unterstützung des gesamten Teams. So beschreibt beispielsweise Bianca Löwenstrom, immerhin schon Zweitligaspielerin beim FFC Oldesloe, ihre „Lieblingskapitänin“: „Sie ist für ihr junges Alter schon routiniert und nahezu auf jeder Position einsetzbar. Aber was viel wichtiger ist, sie ist als Kapitänin immer bemüht, dass die Stimmung in der Mannschaft gut ist. Gerade nach kleinen Misserfolgen an einem Spieltag baut sie die Mannschaft oft mit einer "Gute-Nacht-Nachricht" wieder auf. Sie ist, wie viele andere, eine wichtige Stütze. Und ohne sie wäre ein solch unerwarteter Platz zur Hinrunde in der SH-Liga nur schwer realisierbar gewesen.“

Während Fußball für „Moni“ mit Leidenschaft einhergeht, sieht sie soziales Engagement als ihre Berufung. Zwei Mal wöchentlich und darüber hinaus arbeitet Inze ehrenamtlich für den Jugendtreff „Bürgerhaus“ im Lübecker Stadtteil Vorwerk und scheut sich auch nicht, regelmäßig als Betreuerin die angebotenen Freizeiten zu begleiten. Nach dem für kommenden Sommer geplanten Abitur strebt sie entweder eine Ausbildung als Erzieherin oder das Studium der Sozialen Arbeiten an: „Endgültig entschieden habe ich mich noch nicht, aber in diese Richtung wird es gehen.“

So ist es nicht verwunderlich, dass einer ihrer größten sportlichen Wünsche darin besteht, einmal bei einem Benefizspiel mitkicken zu dürfen: „So etwa wie vor einem Jahr bei „Sieben Türme für ein neues Lächeln“, als Fußballer aus dem Raum Lübeck für die philippinischen Opfer des Taifuns „Haiyan“ aufliefen. Bei einer solchen Aktion möchte ich auch gerne einmal mit dabei sein. Ich fand es sehr beeindruckend, was damals auch im Umfeld auf die Beine gestellt wurde.“

Jenseits des Sportplatzes und ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit nimmt der Fußball auch im Privatleben der Monique Inze eine tragende Rolle ein. Denn liiert ist sie mit Dustin Funck. Dieser spielte selbst jahrelang für den Eichholzer SV, wechselte zwischenzeitlich zum Ligakontrahenten SC Rapid Lübeck.

Für Inze steht fest, dass sie und ihr jetziges Team nicht mehr zu trennen sind: „Wenn es dieses Mannschaft einmal nicht mehr geben sollte, höre ich auf!“

Zum Abschluss möchte es sich Monique Inze nicht nehmen lassen, ihre Weihnachtsgrüße loszuwerden: „Ich wünsche allen Lübecker Mannschaften und den Teams in der SH-Liga frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Name: Monique Inze

Geburtstag: 15.10.1995

Geburtsort:  Lübeck

Größe: 1,67

Gewicht: 65kg

Position: zurzeit Innenverteidigung

Trikotnummer: 5

Verein: Eichholzer SV

Frühere Vereine: TuS Lübeck 93, SF Herrnburg

Privat mache/ bin ich gerne: Zeit mit meinen Freunden verbringen, Fußball spielen und mich sozial engagieren

Lieblingsgericht: Spinat und Lasagne

Lieblingsgetränk: Sprite

Lieblingsmusik: ich richte mich nicht nach einer speziellen Musikgruppe, höre aktuelle Lieder, die mir gefallen :D

Lieblingsfilm: The Blind Side

Lieblingsort: mein Bett :D

Haustier: ein Hund namens Luna

Meine Vorbilder in der Jugend: Julian Draxler

Mein schönstes Erlebnis im Sport: das Meisterschaftsspiel in der SH-Liga A-Jugend  mit dem SF Herrnburg gegen den TSV Nordhastedt

Das Besondere in einem Spiel für mich war: Meine Auswechslung kurz vor Schluss in dem obigen Meisterschaftsspiel! Alle Zuschauer sind klatschend aufgestanden, das war Gänsehaut pur, einfach unglaublich!

Ich möchte mit meinem Team und auch persönlich in Zukunft folgendes erreichen: weiterhin erfolgreich bleiben, weiter unseren Fußball spielen, die Zuschauer begeistern und unseren Kampf, Ehrgeiz und den Zusammenhalt nicht verlieren

Ich spiele am liebsten in und warum: Eichholz, weil es schon immer mein Wunsch war, für diesen Verein zu spielen. Außerdem möchte ich niemals diese Mannschaft verlassen, da ich so eine tolle Mannschaft noch nie gesehen habe und ich mich dort total wohlfühle

Trainingsmotto: Fußball spielen und Spaß haben!

Wo ich gerne einmal spielen möchte:  ein Leben lang mit dieser Mannschaft zusammen, egal wo!

Ich habe eine(n) Freund(in) (Ja oder Nein): Ja 


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